DIES & DAS

 

Die Diagnose "HD" erscheint oftmals schlimmer, als sie in Wirklichkeit ist.
Jeder Hundebesitzer kann seinem Vierbeiner trotz dieser Erkrankung ein lebenswertes, schmerzfreies und schönes Dasein bereiten!

 


Was ist HD

Entstehung einer HD

Symptome einer HD

Diagnose und Schweregrade einer HD

Präventive Maßnahmen


Bilder Hüftröntgen

 

 

 

 

 

Was  ist  HD

Unter einer Hüftgelenkdysplasie versteht man eine Fehlbildung der Hüftgelenke, d.h., dass Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne nicht korrekt aufeinander passen. Die Fehlbildung tritt meistens beidseitig auf und kann unterschiedlich ausgeprägt sein.Röntgenaufnahme einer HD beim Hund. Der Femurkopf ist bereits subluxiert, das Acetabulum (Hüftgelenkspfanne) umgreift ihn nicht mehr (rote Pfeile). Die Femurköpfe zeigen bereits Abweichungen von der Halbkugelform (gelbe Pfeile); rechts im Bild sind deutliche arthrotische Veränderungen des Femurkopfes erkennbar.

Weil in einem dysplastischen Hüftgelenk nicht alle Teile  gleichmäßig beansprucht werden, kann es zu entzündlichen und degenerativen Veränderungen kommen.

So können knöcherne Neubildungen den Gelenkspalt verkleinern oder verschließen und zu einer vollständigen Versteifung des Gelenks führen. Der hyaline Gelenkknorpel, der ein reibungsarmes Gleiten ermöglicht, wird zunächst durch Mikrofrakturen (feine Risse) geschädigt. Sogenannte Chondrozyten sorgen für eine vermehrte Einlagerung von Wasser im Knorpel. Im weiteren Verlauf kommt es zu Knorpelschwund und Knorpelneubildung in den Randbezirken des Gelenks und die Erkrankung kann in den chronisch degenerativen Zustand einer Arthrose übergehen. Diese ist durch eine hohe Schmerzhaftigkeit und einer Einschränkung der Gelenkfunktion gekennzeichnet.  

Bei stark abgeflachten Gelenkpfannen kann es zu Luxationen (Verrenkungen) bzw. Subluxationen kommen, bei denen die Gelenkköpfe teilweise oder ganz aus der Pfanne springen und wieder eingerenkt werden müssen.

Eine HD entwickelt sich in den ersten 15 Monaten im Leben eines Hundes, später verändert sich nur noch das Ausmaß einer Arthrose. Junge Hunde mit ausgeprägter HD zeigen Schmerzen als Folge der unüblich starken Lockerheit der Hüftgelenke. Bei älteren Hunden überwiegen die Schmerzen als Folge der Abnützung (Arthrose). Bei leichteren Formen der HD können Krankheitshinweise fehlen, solange der Hund nicht stark beansprucht wird.

 

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Entstehung einer HD

Die Entwicklung der Hüftgelenke wird hauptsächlich durch zwei Faktoren beeinflusst: durch die Erbanlage und die Ernährung.

Bei der HD handelt es sich um eine sog. additive Vererbung, bei der ein Merkmal um so stärker auftritt, je mehr Gene für diese Eigenschaft vorhanden sind, sich also addieren.

Auch gesunde Tiere  können defekte Gene tragen, die nur knapp unter dem Schwellenwert liegen.

Bei einem Hund mit Veranlagung zu HD ist es möglich, durch eine kalorienmäßig zurückhaltende und ausgewogene Ernährung das Ausmaß der Krankheit zu mildern. Es ist erwiesen, dass Hunde die langsam wachsen, weniger schwer an HD erkranken als ihre schnell wachsenden schwereren Wurfgeschwister. Als häufigste Ernährungsfehler sind falsche Calcium/Phosphorverhältnisse und zu hohe Eiweißanteile zu nennen. 

Eine weitere Ursache kann die Überforderung eines Welpen durch kilometerlange Spaziergänge, übermäßiges springen und überklettern von Hindernissen oder durch das Laufen am Fahrrad sein.

Auch hormonelle Störungen werden als ein Faktor für die HD erwähnt. Ebenfalls werden Vitaminüber- bzw. unterversorgung diskutiert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Ursachen dieser Erkrankung noch nicht eindeutig geklärt sind. Als gesichert gilt jedoch, dass die HD polygen  vererbt wird und das Erscheinungsbild  von genetischen und umweltbedingten Faktoren abhängt.

 

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Symptome einer HD

Die Symptomatik der HD ist sehr vielgestaltig. Neben völliger Beschwerdefreiheit werden alle Grade von Bewegungsstörungen bis zur hochgradigen Hinterhand-Lahmheit beobachtet.

Folgende Symptome und Befunde können bei einer HD auftreten:

Man unterscheidet zwei Phasen der HD, die akute und die chronische HD.
In der akuten Phase lassen die Hunde das Vorhandensein von Hüftgelenksschmerzen während der Wachstumsphase (zwischen 5 und 8 Monaten) erkennen. Als mögliche Ursache der in diesem Alter auftretenden Schmerzsymptome nennen einige Autoren Mikrofrakturen des dorsalen Acetabulumrandes (Gelenkpfannenrand). Sie entstehen durch den Druck des subluxierten Femurkopfes auf den noch nicht ausreichend verknöcherten Acetabulumrand. Der Schmerz entsteht durch die Spannung und Zerrung der Periostnerven. Mit Heilung der Mikrofrakturen (8 bis 11. Monat) klingen die Beschwerden wieder ab. Auch eine Dehnung der Gelenkkapsel kann eine mögliche Ursache für die Beschwerden sein, bis die Kapsel sich hieraufhin verstärkt und die Dehnung einschränkt. Auch durch eine verstärkte Kontraktion (Zusammenziehen) der Muskeln, die das lockere Hüftgelenk dadurch zu stabilisieren versuchen, kommt als Schmerzauslöser in Frage. 

Unabhängig vom Grad der HD sind die meisten dysplastischen Hunde im Alter von 12 - 14 Monaten Beschwerde frei, zu dieser Zeit stabilisieren sich die Hüftgelenke. Bei manchen Hunden verschwinden die Symptome sogar ganz.

In der chronischen Phase der HD sind die Schmerzzustände des erwachsenen Hundes durch die Sekundärarthrose bedingt. Diese kann erhebliche Schmerzen und Funktionsstörungen (eingeschränkte Gelenkbewegung) hervorrufen. In den meisten Fällen wird die HD erst dann klinisch manifest. Die Schmerzen treten typischerweise nach einer längeren Ruhephase auf als sog. Anlaufschmerz sowie nach längerer bzw. stärkerer Belastung als Belastungsschmerz. Außerdem bewegen sich die Hunde bei schnellem Lauf oft hasenartig (bunny-hop) fort, um das schmerzhafte Hüftgelenk zu schonen.

Oft sind die Beschwerden witterungsabhängig und können sich durch Kälte oder Nässe verschlimmern.

Erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Symptome nicht unbedingt vom röntgenologischen Schweregrad einer HD abhängig sind. So kann eine geringgradige Arthrose starke Schmerzen verursachen, während eine schwere Gelenkszerstörung nur minimale Beschwerden bereitet.

Die Gelenkdegeneration kann für den Hund lange Zeit schmerzfrei bleiben (lat. Arthrose). Weil der Knorpel keine Schmerzrezeptoren enthält, kann der Abrieb nicht als solcher empfunden werden. Die hierbei frei werdenden Abbauprodukte können jedoch zu einer Entzündung der Gelenkkapsel führen. Hierdurch wird die Arthrose schmerzhaft (aktivierte Arthrose).

Durch die im Verlauf einer HD entstehenden Bewegungseinschränkung, wird die Muskulatur im Bereich des Hüftgelenks atrophisch (zurückgebildet). Zur gleichen Zeit hypertrophiert (Muskelzuwachs) die Schultermuskulatur da der Hund sein Gewicht wegen der Hinterhandbeschwerden nach vorne verlagert.

Der Verlauf der HD hängt primär mit der Schwere der Gelenkveränderung und der Beanspruchung des erkrankten Gelenks durch Bewegung und Gewicht ab. Außerdem können Alter, Größe und die Bemuskelung der Hinterhand den Krankheitsverlauf stark beeinflussen. 

Kleinere Rassen zeigen oftmals wegen ihrer geringeren Größe weder die frühen akuten klinischen Symptome, noch die durch die sekundäre Arthrose verursachten.

 

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Diagnose und Schweregrade einer HD

Eine gesicherte Diagnose ist ausschließlich nur durch eine Röntgenuntersuchung möglich. 

Für die offizielle HD-Röntgenuntersuchung wird meistens ein Mindestalter von 12 Monaten verlangt. Bei großen, schweren und spätreifen Rassen (Bernhardiner, Dogge, Molosser) beträgt das Mindestalter 13 - 18 Monate.

Zur Bewertung der Röntgenaufnahme ist eine genau definierte Lage des Hundes erforderlich. Es haben sich zwei verschiedene Lagerungen etabliert: Position I  in gestreckter Haltung und Position II in gebeugter Haltung. Eine solche Lagerung ist im Normalfall nur mit sedierten (beruhigten) bzw. narkotisierten Hunden möglich.Anwendung des Norberg-Winkels zur Abschätzung des Schweregrades einer Hüftgelenksdysplasie (englische Bulldogge). Die roten Schenkel geben den minimalen Grenzwert für HD-Freiheit, die gelben Schenkel den tatsächlichen Winkel an.

Zu erwähnen ist noch die Winkelmessung nach Norberg. Diese Messung, die mit einer speziellen Schablone direkt am Röntgenbild erfolgt, erlaubt eine objektive Zusatzbeurteilung des Hüftzustandes.

Bei der Messung finden zwei Hauptkriterien besondere Bedeutung:

1. Der Geschlossenheit des Gelenks, das soll heißen, Oberschenkelkopf und Beckenpfanne müssen optimal ineinander passen. Die Außenkontur des Oberschenkelkopfes soll vollständig parallel zur Kontur des der Pfanne verlaufen.

2. Der Winkel nach Norberg: Er ist ein objektiver Ausdruck der Tiefe der Beckenpfanne. Er soll 105 Grad oder mehr betragen. Als zusätzliche Kriterien werden entzündliche Veränderungen am Gelenk und natürlich auch das Alter des Tieres berücksichtigt.

Norberg-Winkel:

A

B

C

D

E

 
 
 
 
 

Üblicherweise wird zwischen diesen fünf verschiedenen Schweregraden unterschieden:

 A  HD-Frei In jeder Hinsicht unauffällige Gelenke, Norberg-Winkel 105° oder mehr. Manchmal noch A1 wenn der Pfannenrand den Oberschenkelknochen noch weiter umgreift.
B HD-Verdacht Schenkelkopf oder Pfannendach sind leicht ungleichmäßig und der Norberg-Winkel beträgt 105° (oder mehr), oder Norberg-Winkel kleiner als 105° aber gleichförmiger Schenkelkopf und Pfannendach.
C Leichte HD Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind ungleichmäßig, Norberg-Winkel 100° oder kleiner. Eventuell leichte arthrotische Veränderungen.
D Mittlere HD Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind deutlich ungleichmäßig mit Teilverrenkungen. Norberg-Winkel größer 90°. Es kommt zu arthrotischen Veränderungen und/oder Veränderungen des Pfannenrandes.
E Schwere HD Auffällige Veränderungen an den Hüftgelenken (bsp. Teilverrenkungen), Norberg-Winkel unter 90°, der Pfannenrand ist deutlich abgeflacht. Es kommt zu versch. arthrotischen Veränderungen.

 

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Präventive Maßnahmen

Die HD ist nicht heilbar, es ist jedoch möglich, durch eine Vielzahl von therapeutischen Maßnahmen die degenerativen und entzündlichen Prozesse im Gelenkbereich positiv zu beeinflussen. 

Das Therapieziel ist, die fortschreitenden degenerativen Prozesse im Gelenk zu hemmen, die Stoffwechselprozesse an Knochen, Knorpel, Sehnen und Bändern zu fördern und die schmerzfreie Bewegungsfähigkeit zu erhalten. Auch der Muskelaufbau sollte durch spezielles Training gefördert werden. 

Ein Übergewicht sollte bereits beim Welpen unbedingt vermieden werden, denn dies fördert den frühen Verschleiß der Gelenke. Bei übergewichtigen Hunden sollte eine kontrollierte Diät erfolgen.

Regelmäßige Bewegung stärkt den Muskel- und Bänderapparat, dieser kann die erkrankten Gelenke wirkungsvoll entlasten. Außerdem wird nur bei Belastung die sog. Synovialflüssigkeit in die Knorpel gepresst, und dieser mit den notwendigen Nährstoffen versorgt. Springen, plötzliches Abbremsen, Hakenschlagen und Aufstellen auf die Hinterläufe sollten so weit wie möglich vermieden werden. Dies fördert den Abrieb am Gelenkkopf. Ebenso müssen Überlastungen vermieden werden. 

Bei der Ernährung sollte auf ein optimiertes Calcium/Phosphor-Verhältnis geachtet werden. Zufütterung von Gelatine und/oder Muschelkalk (Canosan, Dogosan etc.) fördern den Knochen und Knorpelaufbau und wirken den Verschleißerscheinungen entgegen.

Wichtig ist auch ein warmer und trockener Schlaf- und Liegeplatz, da Kälte und Nässe  die Beschwerden einer Arthrose fördern. Rotlichtbestrahlungen und heiße Ölumschläge (Vorsicht vor Verbrennungen!) können die Therapie wirkungsvoll ergänzen. Die Wärme regt den Stoffwechsel an und lindert die Schmerzen. Meistens empfinden die Tiere eine Wärmebehandlung als sehr angenehm, allerdings sollte bei einer entzündlichen Phase mit großer Hitze und Schwellung nicht wärmebehandelt sondern erst einmal medizinisch betreut werden.   

 

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BILDER HÜFTRÖNTGEN

 






Intakte ("gute") rechte Hüfte. Der “Kopf” des Oberschenkels sitzt regelmäßig in der “Pfanne” des Hüftgelenks.
Der Abstand zwischen den Rundungen ist gleichmäßig

 

 

 

 

Hund mit gesunder Hüfte

  Hund mit HD

 

 

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